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Hospize: Würdevolle Begleitung vom Leben bis in den Tod hinein

Der Begriff Hospiz (lat. hospitium = Herberge) stammt ursprünglich aus dem Mittelalter und bezeichnete damals eine Herberge für durchreisende Pilger oder für Arme. Heutzutage werden mit dem Begriff Hospiz ambulante, teilstationäre und stationäre Einrichtungen bezeichnet, in denen sterbende Menschen aufgenommen werden. In einem Hospiz werden unheilbar kranke Menschen begleitet, die sich in ihrer letzten Lebensphase befinden und palliativ versorgt werden. Im Zentrum der Hospizarbeit stehen der kranke Mensch und seine Angehörigen, welche durch ein interdisziplinäres Team unterstützt werden.

Erstes Hospiz in Deutschland 1986 gegründet

Im Jahre 1967 wurde das St. Christopher’s Hospice in Sydenham (bei London) gegründet. Von dort nahm die heutige Hospizbewegung ihren Anfang. 1986 wurde in Aachen das erste stationäre Hospiz in Deutschland gegründet. In den folgenden Jahren entstanden dann weitere Hospize, die oft von Vereinen, kirchlichen Einrichtungen oder Bürgerinitiativen gegründet wurden. Diese wurden zunächst fast ausschließlich über Spenden finanziert und von ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt.

1992 gründete Heinrich Pera, Seelsorger im Krankenhaus, den Deutschen Hospiz- und Palliativ Verband (DHPV). Durch den Verband sollte die Idee der Hospizbewegung verbreitet werden und es fanden sich alle daran interessierten Menschen zusammen. Leitlinien und Empfehlungen für die stationäre und die ambulante Arbeit im Hospiz wurden gemeinsam entwickelt. 1996 wurde im Deutschen Bundestag eine gesetzliche Grundlage geschaffen, damit die Hospizarbeit durch die Kranken- und Pflegekassen finanziert werden konnte. Gemeinsam mit der Bundesärztekammer und der deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin erarbeitete der Verband eine Charta für die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen, die im August 2010 verabschiedet wurde.

Wie wird der Aufenthalt in einem Hospiz finanziert ?

Alle Menschen, die von einer unheilbaren Krankheit betroffen sind und nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben, können eine Hospiz- und Palliativversorgung unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten bekommen. Die stationäre Versorgung in einem Hospiz wird größtenteils aus den Leistungen der Kranken- und Pflegekassen finanziert. Das Hospiz muss einen Teil seiner Gesamtkosten aus Spendenmitteln finanzieren: Dieser Prozentsatz der Gesamtkosten ist festgelegt. Wer in einem Hospiz aufgenommen wird, braucht sich seit dem 1. September 2009 nicht mehr selbst an den Kosten zu beteiligen. Das gilt für Erwachsene ebenso, wie bei der stationären Versorgung in einem Kinderhospiz. Wer genauere Informationen in einer konkreten Situation erhalten möchte, kann diese bei der Kranken- und Pflegekasse erhalten. Die einzelnen Hospize bieten ebenfalls unbürokratische und kompetente Hilfe an, wenn es um die organisatorischen Regelungen bei den Kosten geht.

Quellenangabe: Website Viernheim24.info