Abschied und Trauer - Schritte zurück ins Leben

Neues Angebot des Hospizvereins: Spaziergänge für trauernde Angehörige Waldweg

Wenn man sich über den Tod eines lieben Menschen austauschen möchte, geht das nicht immer in der Familie oder im Freundeskreis, weil manche Angehörige zu sehr mit „ihrem eigenen Verlust“ beschäftigt sind und weil jeder Mensch Trauer anders empfindet und verarbeitet. In diesem Fall können Gespräche mit erfahrenen Trauerbegleiter*innen hilfreich sein.

Das Trauercafé und die Trauertreffs des Viernheimer Hospizvereins sind Begegnungsstätten für Menschen, die alle Ähnliches erlebt haben und die über ihre wechselvollen Gefühle, Sorgen und Perspektiven sprechen möchten. Corona bedingt mussten diese Treffen lange ausfallen oder haben nur sehr unregelmäßig stattgefunden.

Die ehrenamtlichen Trauerbegleiter*innen des Viernheimer Hospizvereins haben deshalb Trauer- Spaziergänge ins Leben gerufen. Am 06.Juli waren die Damen das erste Mal mit Trauernden im Wald unterwegs.

Trauern ist ein Weg des Abschieds und des Aufbruchs

Eine gute Stunde in Bewegung sein, ein Stück gemeinsam gehen und sich miteinander über die gemachten Erfahrungen austauschen, ist der Zweck dieses kostenlosen Angebotes. Auch gemeinsam schweigen, in sich selbst und in die Natur hineinhorchen kann stärken, die Schritte werden leichter und die Stimmung hellt sich auf.

 

Am Dienstag, den 02.November um 14.00 Uhr findet wieder ein Trauer- Spaziergang statt. Treffpunkt ist am Eingang des Waldfriedhofs (Neuer Friedhof), Kirschenweg 6, in Viernheim.

Für die Organisation melden Sie sich bitte unverbindlich an. Hospizverein Viernheim Telefon: 06204/602559 Fax: 06204/ 9180888 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wencke Stülpner

Gedenkandacht des Viernheimer Hospizvereins „Verbundenheit“

Wie im vergangenen Jahr findet die Gedenkandacht des Hospizvereins wieder online statt. Mit dem diesjährigem Thema „Verbundenheit“, wollen die ehrenamtlichen Begleiter/innen an alle begleiteten und verstorbenen Menschen erinnern.

Kantor Martin Stein und Herr Kai Schneider begleiten die Andacht musikalisch und die Pfarrer Eichler und Traxler werden die Gedenkstunde unserer Ehrenamtlichen mit gestalten, filmen und online stellen. Auch in dieser Form können Sie zu Hause Ihrer Verstorbenen gedenken, Trauer teilen und sich Gottes Zuspruch versichern. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, der ein Besinnen möglich macht. Zünden Sie eine Kerze an und starten Sie die Übertragung aus der Auferstehungskirche über den Link hier, den wir rechtzeitig hier einstellen werden

Die Online- Andacht ist ab Sonntag, den 14. November um 10:30 Uhr verfügbar.

Gedenkandacht 2021Trauerandacht 2021

Zeitlich haben Sie keine Einschränkungen, denn Sie können das Video auch zu einem späteren Zeitpunkt abrufen.

Wencke Stülpner

"Ich begleite Dich"

Ausstellung vom Hospizverein und Hospiz Schwester Paterna

Am Donnerstag, den 14.Oktober wurde die Ausstellung „Ich begleite dich!“ im Hospiz Schwester Paterna, Viernheim eröffnet. Die großformatigen Plakate wurden vom Deutschen Hospiz- und Palliativ- Verband zusammengestellt. Die berührenden Texte und Bilder regen zum Nachdenken über das Leben im Sterben an.

HoerenRiechenHaltenDer Hospizverein hat die Ausstellung zu seinem 25 jährigen Jubiläum organisiert. Die weiteren Feierlichkeiten werden aber Corona bedingt auf das nächste Frühjahr verschoben, sagte die erste Vorsitzenden Frau Dr.Behrendt in ihrer Begrüßung. Sie freute sich über zahlreiche Interessierte und hob die gute Zusammenarbeit der Koordinatorinnen des Vereins mit den Leiterinnen des Stationären Hospizes hervor. Die ehrenamtliche Begleiterin Frau Höffer führte mit einer kleinen Erzählung aus dem Buch „Und jeden Tag mehr Leben“ von Andrea Schwarz in den Alltag der Sterbebegleitung ein. Auferlegtes gemeinsam aushalten, da sein und da bleiben, Leiden mittragen und aushalten, darum geht es, wenn schwer kranke oder sterbende Menschen von der Familie und von erfahrenen Pflegekräften begleitet werden müssen.


Der Gastredner Reinhold Hoffmann, evangelischer Pfarrer und Vorsitzender der Hospizgruppe „Südlicher Odenwald“, nahm diese Gedanken in seinen Vortrag auf. „Was ist Trost“, fragte er. „Trost ist nicht, wenn man sagt alles wird wieder gut. Trost ist da bleiben!“ Pfarrer Hoffmann umriss die Entwicklung der Hospizbewegung von den Anfängen bis heute. Noch in den 70er Jahren als Sterbekliniken verpönt, gewann der Gedanke der Würde, Freiheit und der Selbstbestimmtheit auch im Sterben, schnell an Bedeutung.

Ich begleite dich2Sterben kann man nicht üben

Sterben ist eine besondere Zeit, eine Zeit, die man nicht üben oder wiederholen kann und es braucht Menschen, die das mit aushalten. Es braucht in dieser Zeit keine extravaganten Wünscherfüller und kein Abhaken von 100 Dingen, die man im Leben gemacht haben sollte. In den letzten Wochen und Tagen, geht es darum, auszuhalten, dass nicht alle Ziele und Träume im Leben erfüllt wurden. Es gilt Vertrauen in seine Mitmenschen und in sich selbst zu haben! Es gilt liebevoll auf diese Personen zu blicken, vielleicht auch in dem Wissen, dass manches nicht mehr erledigt werden kann, aber das Leben trotzdem gut und richtig ist. Außerdem braucht es die Hoffnung, dass das, was in den letzten Lebenstagen und nach dem Tod kommt nicht beängstigend, sondern friedlich und gut ist. Dazu leistet die Hospizarbeit einen wesentlichen Beitrag.

„Die Corona Pandemie hat in den letzten 20 Monaten gezeigt, wie furchtbar es ist, wenn Menschen in Einsamkeit leben und sterben. Diese aus Angst und Verunsicherung entstandenen Regeln der Besuche in Alten- und Pflegeheimen und in Krankenhäusern gilt es sehr kritisch zu überdenken“, so der Referent. Diese Einsamkeit, die in dieser Zeit Tausende erleben mussten, ist mit der Menschenwürde nicht zu vereinbaren. Deshalb fordert Pfarrer Hoffmann auf: „Traut euch, sucht den Dialog, erhebt die Stimme. Es braucht Präsenz, Nähe und Zuwendung in der Pflege und Betreuung und einen kritischen Dialog zwischen allen Verantwortlichen, denn die Einsamkeit von Menschen, die im Sterben alleine gelassen werden, ist grausam.“ Wir haben aus der Pandemie gelernt, wie kostbar Beziehungen sind. Hospizbegleitende sind in der Lage mit zu tragen und da zu sein, für Sterbende und für Angehörige, damit bis zum Schluss ein gutes Leben möglich ist.

Ich begleite dich1

Die Hospizleiterin Frau Otte bedankte sich im Anschluss bei Herrn Hoffmann mit zwei Flaschen Hospizwein und lud die Besucherinnen und Besucher zu einem Rundgang durch das Foyer und die Räume des Hospizvereins ein, um die großformatigen Texte und Bilder zu erleben. Erlebnisse, Gefühle und Wahrnehmungen sind hier dokumentiert und zeigen dank vieler persönlicher Texte die Bedeutung von zugewandtem Kontakt in der Sterbebegleitung auf.

Die Ausstellung ist noch bis zum 27.Oktober täglich von 16.00 bis 18.00 Uhr zu sehen. Hospiz Schwester Paterna, Seegartenstraße 1 in Viernheim. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die 3G- Regeln sind bitte zu beachten.

Mitgliederversammlung des Viernheimer Hospizvereins am 21.9.21


Der Viernheimer Hospizverein durfte in diesem Jahr die Apostelkirche nutzen, da der Gemeindesaal von Herrn Pfarrer Traxler, der wieder als Wahlleiter fungierte, nur für 20 Personen zugelassen gewesen wäre . Einen herzlichen Dank auch an Herrn Pfarrer Dr. Givens.
MGV 03Die erste Vorsitzende berichtete von vielen Begleitungen, auch während der Pandemie, und dankte den Ehrenamtlichen und Koordinatorinnen für ihre vorbildliche Arbeit. Ab Herbst werden 10 Personen an einer Ausbildung zum Hospizbegleiter teilnehmen und das Team verstärken. Im nächsten Jahr sind, sobald möglich, Vorträge und Fortbildungen geplant, die der Abstandsgebote wegen, seit Frühjahr 2020 nicht stattfinden konnten.

Die Gedenkandacht wird wieder aufgezeichnet und dank Herrn Pfarrer Eichler am 14. November online gestellt. Die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Viernheimer Hospizvereins wurden in den Mai des kommenden Jahres verschoben, in der Hoffnung, dass dann die vierte Welle der Pandemie etwas abgeebbt ist.

Auch die Schatzmeisterin und die Koordinatorinnen sowie die Rechnungsprüferinnen verlasen ihren Bericht.

Der Vorstand wurde entlastet.

Die zweite Vorsitzende, Frau Monika Schmid wurde einstimmig wieder gewählt.

Verdiente Mitarbeiterinnen, die aus der aktiven Arbeit ausscheiden wollen, wurden mit einem Blumenstrauß verabschiedet.

JB

Kunstausstellung im Hospiz Schwester Paterna

Begegnungen „auf mondhellem Pfad“

Am 03. September dankte die Leitung des stationären Hospizes Schwester Paterna allen Kooperationspartnern, Förderern und Freunden für deren Unterstützung mit einer besonderen Ausstellung und Lesung.

Kurt Adam Arnold stellt derzeit Bilder in unterschiedlichen Formaten aus. Menschen in Beziehung zueinander, dargestellt in flächigen, kraftvollen und gleichzeitig zurückhaltenden Farben. Daneben schmücken seine Skulpturen aus Holz ebenfalls den Eingangsbereich des Hospizes.

Arnold Auf mondhellem Pfad1

Die Eröffnung wurde umrahmt mit einer Lesung von Traudel Beickler, die ihr Buch „Auf mondhellem Pfad“ vorstellte. Mit einem Glas Wein vom Weingut Göhring aus Flörsheim-Dahlsheim wurde auf die gute Zusammenarbeit angestoßen. Dieser Wein kann im Hospiz erworben werden, der Erlös aus dem Weinverkauf kommt der Einrichtung zu Gute.

Wencke Stülpner

Seminar für Ehrenamtliche in der Sterbe- und Trauerbegleitung

Am 11. September hat in den Räumen der Senioren Begegnungsstätte das Seminar „Freundlichkeit mit mir selbst“ stattgefunden. In diesem Seminar konnten Ehrenamtliche lernen, einen guten Blick auf sich selbst und auf die eigenen Gefühle in der Trauerbegleitung zu bekommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden sensibilisiert für mehr Selbstfürsorge und darauf, die eigenen Grenzen besser zu erkennen und mit diesen umzugehen. Freundlichkeit zu sich selbst, Entspannung und Reflektion erleichtern den Umgang in der anspruchsvollen Tätigkeit im Umgang mit Menschen in Tod und Trauer.

Die Referentin Felicia Schöner erörterte in diesem Tagesseminar den psychologischen Hintergrund des Konzeptes der Selbstfürsorge, gab Tipps zur Anwendung von Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung, sowie zum Haushalten mit den eigenen Kräften in schwierigen Lebenssituationen.

Gemeinsam wurden diese Inhalte mit den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Gruppenarbeiten, Übungen und Diskussionen erarbeitet

Felicia Schoener

Felicia Schöner, Koordinatorin Hospizdienst Odenwald, Sonderpädagogin, Körpertherapeutin, systemische Therapeutin und Supervisorin, Trauerbegleiterin

 

Wenke Stülpner

Ein Klavier für den Hospizverein

An einem Ort, wo Sprache an Grenzen stößt und Körper und Geist Entspannung brauchen, kann Musik eine wohltuende Erfahrung sein. 

Familie Frank aus Viernheim hat sich vielleicht diese Gedanken gemacht, als sie dem Hospizverein im Juni ein Klavier übergeben hat. Das Instrument wurde in der Familie nicht mehr bespielt und sollte eine neue Bestimmung bekommen. Dass die Wahl dabei auf den Hospizverein gefallen ist, hat die Koordinatorinnen Frau Engelmann und Frau Möller sehr berührt. Da der Hospizverein in seinen Räumen nur begrenzte Stellmöglichkeiten hat, wurde gemeinsam mit der Leitung des Hospizes Schwester Paterna entschieden, das schöne, wohlklingende Klavier im Aufenthaltsraum des stationären Hospizes aufzustellen.

Klavier

Gedacht ist nun, auf dem neuen Instrument kleine Hauskonzerte z.B. durch Angehörige durchzuführen, aber auch professionelle Musiktherapie für die Patientinnen und Patienten anzubieten.

Musik kann dabei helfen Traurigkeit zu lösen und Emotionen fließen zu lassen. Sie lenkt Gedanken in positive Bahnen und ist eine schöne Abwechslung in den schmerzlichen Lebensumständen, in denen Familien Abschied nehmen müssen.

Der Viernheimer Hospizverein dankt der Familie Frank sehr herzlich für diese ganz besondere Spende und wird das Klavier zur Freude aller regelmäßig nutzen.

Wencke Stülpner